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Bogensport: Trainingsarten

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Das Training des Bogenschützen wird von unterschiedlichen Trainingsarten bestimmt. In jeder Trainingsart werden andere Schwerpunkte gesetzt und, abhängig vom Trainingsplan und dem jeweiligen Entwicklungsstand, trainiert. Es ist für einen Bogenschützen von großem Nachteil, wenn er Bogenschießen ausschließlich auf Zielauflagen betreibt. Es gibt aber in der Trainingsplanung durchaus Zeiträume, wann dies Sinn macht. Diese sind in den Trainingsperioden für das Bogenschießen grob aufgeschlüsselt.

Trainingsarten beim Bogenschießen


Das Bewegungsablauftraining

Das Bewegungsablauftraining ist die Basis des Bogenschützen. Hier werden die Grundtechniken vermittelt, die der Einsteiger im Besonderen üben muss. Aber auch der fortgeschrittene Bogenschütze und der Leistungsschütze muss zu einem gewissen Anteil weiterhin das Bewegungsablauftraining üben, damit das gelernte erhalten bleibt und eine weitere Verfeinerung des Bewegungsablaufs erreicht werden kann.


Das Bewegungsablauftraining wird zweigeteilt trainiert. Auf die kurze Entfernung von 5 oder 10 m wird ohne Scheibenauflage geschossen. Dadurch kann alle Aufmerksamkeit auf den Bewegungsablauf gerichtet werden und der Bogenschütze verinnerlicht z. B. den Aufbau der Rückenspannung und das richtige Lösen. Es wird bei dem Training auf kurze Entfernung auch nur der Ablauf bewertet, es spielt hierbei keine Rolle, wo der Pfeil landet. Deswegen auch die kurze Distanz von 5 m, damit der Bogenschütze sich nicht ablenken lässt und eventuell doch zielt. Das Zielen ist hier nicht gewünscht, es geht um die Verbesserung der Technik und alle Gedanken sollen auf den Aufbau der Rückenspannung und die anderen Elemente des Schussablaufs fokussiert werden.


Das Bewegungsablauftraining wird auch auf die Wettkampfentfernung ausgeübt. Auch in diesem Fall sollte der Schuss ohne Zielauflage durchgeführt werden. Es geht darum, den Bewegungsablauf, optimiert auf die Wettkampfentfernung, zu trainieren. Das Bewegungsablauftraining auf Wettkampfentfernung wird in wenigen Fällen auch mit Zielauflage durchgeführt. Dabei darf jedoch der Schütze nicht wirklich zielen. Der Fokus des Bogenschützen soll nach wie vor auf dem Bewegungsablauf liegen und auf keinen Fall vom Zielen abgelenkt werden. Die Zielauflage dient dann nur dem wettkampfnahen Training.

Das Elementetraining


Bei dem Elementetraining wird der Fokus des Bogenschützen auf einen bestimmten Punkt des Bewegungsablaufs gelegt, z. B. das Lösen, der Griff in den Bogen, der Anker, etc.. Dadurch werden bestimmte Abläufe des Bewegungsablaufs intensiver trainiert als andere.


Formen des Elementetrainings:


  • 1. Schuss mit dem geschlossenen Auge: Dabei wird die Vorarbeit des Bogenschützen mit dem offenen Auge durchgeführt und in den Anker gegangen. Dann schließt der Bogenschütze die Augen und löst den Pfeil. Das Lösen geschieht in der einen Trainingsvariante im regulären Schießrhythmus. In der anderen Variante wird das Lösen bewusst um einige Sekunden verzögert, um das Gefühl des Lösens zu intensivieren.


  • 2. Der verlängerte Schuss: Bei dieser Trainingsart muss der Bogenschütze den Bewegungsablauf über den Klicker hinweg durchführen. Die Schussposition wird bewusst übergangen und der Endzug wird auch nach dem Klick des Klickers fortgesetzt.


  • 3. Der Trockenschuss: Hierbei wird wie beim verlängerten Schuss vorgegangen. Der Bogenschütze löst dabei aber NICHT den Pfeil.


  • 4. Der Schuss ohne Klicker: Bei dieser Trainingsform findet der Schussablauf wie gewohnt statt. Es wird jedoch ohne Klicker geschossen. Dadurch muss der Bogenschütze auf einen geraden und sauberen Auszug achten, damit der Pfeil nicht von der Pfeilauflage fällt. Gleichzeitig wird auch die Länge des Auszugs trainiert. Auch ohne Klicker sollte die Auszugslänge gleich bleiben.

Das Trefferbildtraining


Bei dem Trefferbildtraining wird ohne und mit Auflage trainiert. Mit Auflage sollte auch eine Trefferbildaufnahme erfolgen, das heißt, dass der Bogenschütze die Position der Pfeile auf einem separaten Blatt notiert. Die daraus resultierten Ergebnisse werden gesammelt und lassen so Rückschlüsse zu. Beim Trefferbildtraining wird aber auch hauptsächlich auf andere Dinge geschossen. So kann man eine vertikale oder horizontale Schnur spannen, die der Bogenschütze treffen soll, aber auch bestimmte Bilder vorgeben, die der Bogenschütze schießen soll, z. B. einen Weihnachtsbaum oder einen Korken oder einen Luftballon.


Spezialtraining


Bei dem Spezialtraining werden besondere Bedingungen nachgestellt. So wird z. B. eine Leistungskontrolle unter Wettkampfbedingungen geschossen. Alle Pfeile werden so notiert, wie dies bei einem Wettkampf der Fall ist. Andere Varianten des Spezialtrainings sind:

- den Bogenschützen die Verstellung des Visiers üben lassen. Eventuell vorher das Visier des Bogenschützen selber verstellen.

- der Bogenschütze soll seine Sehne während einer längeren Pause zwischen zwei Passen tauschen

- einen Pfeil mit einem anderen Nock schießen lassen. Dadurch ändert sich das Gewicht des Pfeils und der Bogenschütze muss entsprechend reagieren. Ein Pfeil mit einem anderen Nock zählt für den Bogenschützen doppelt.

© 2008 - 2017 Bogenschießen - Alles über Pfeil und Bogen und den Bogensport von Uwe Losse