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Augenklappe beim Bogenschießen

Seite "Augenklappe beim Bogeschießen" in der Rubrik "Materialkunde Allg"

Das Bogenschießen klappt am einfachsten, wenn der Bogenschütze beim Schuss beide Augen geöffnet hält. Dann ist das Gesicht entspannt  - das trägt insgesamt zu einem entspannten Schussablauf bei. Hinzu kommt: Wer beim Bogenschießen ein Auge zukneift, schließt damit auch automatisch das andere Auge ein wenig, das Ergebnis ist ein geringerer Lichteinfall. Wer nun bei Regen oder im Winter in der relativ dunklen Halle schießt, hat aufgrund der geringeren Lichtausbeute einen Nachteil. Er muss einen deutlichen Teil seiner Konzentration auf das Sehen verwenden, anstatt entspannt auf die richtige Technik beim Bogenschießen zu achten. Die Augenklappe, oder besser Abdeckscheibe, unterstützt das Bogenschießen mit zwei geöffneten Augen.

Die Augenklappe beim Bogenschießen

Die Augenklappe kann im Prinzip ein Stück Karton sein. Der Bogenschütze sollte jedoch darauf achten, dass die Augenklappe im sichtbaren Teil des Auges eine weiße (helle) Fläche hat. Eine dunkle Augenklappe führt wieder zur Verringerung des Lichteinfalls, da das Auge auf die dunkle Fläche reagiert.

Hier ist oben eine weiße Augenklappe für einen Brillenträger zu sehen. In der Luxusausführung handelt es sich um einen Clip, der an jede beliebige Brille montiert und wieder rückstandsfrei entfernt werden kann. Mit einer Klappvorrichtung wird die Augenklappe nur beim eigentlichen Schuss heruntergeklappt, auf dem Weg zur Schießlinie, beim Einnocken des Pfeils, auf dem Weg zur Zielscheibe und beim Pfeile Ziehen ist die Augenklappe hochgeklappt, so dass der Bogenschütze mit beiden Augen sehen kann.

Augenklappe Bogenschießen
Augenklappe Bogenschießen
Augenklappe Bogenschießen
Augenklappe Bogenschießen

Für die Bogenschützen, die keine Brillenträger sind, gibt es im Fachhandel auch Stirnbänder mit entsprechender Abdeckung. Die Kosten belaufen sich um ca. 10 Euro für eine luxuriöse Lösung. Im Kinder- und Jugendbereich stehen diese Mittel häufig nicht zur Verfügung, ein weißer Pappkarton mit einem preiswerten Stirnband erfüllt die gleiche Funktion.

Für wen ist die Augenklappe sinnvoll?


Die Augenklappe unterstützt ein entspanntes Sehen. Jeder Bogenschütze sollte ausprobieren, ob die Augenklappe beim Bogenschießen unterstützt oder nicht. Dies ist sehr individuell: Es gibt Bogenschützen, die nicht ohne Augenklappe schießen können, und es gibt Bogenschützen, die nicht mit einer Augenklappe schießen können. Pauschal kann man daher keine Empfehlung abgeben, den Versuch ist die Klappe allemal wert.


Es gibt aber auch Bogenschützen, die unter einer Kreuzdominanz des Auges leiden. Im normalen Leben ist dies kein Problem, beim Bogenschießen aber eine Katastrophe. Viele Menschen haben ein dominantes Auge, dieses dominante Auge liefert das "führende" Bild für das Gehirn. Wenn der Bogenschütze nun mit beiden Augen schießt, müsste der Bogenschütze das Visier und den Pfeil doppelt sehen und sich dann entweder für das rechte oder das linke Visier entscheiden. In solchen Fällen übernimmt das dominante Auge das Sehen, der Bogenschütze mit einem starken dominanten Auge bemerkt dies nicht und sieht kein doppeltes Bild!


Nun gibt es aber auch Menschen, die KEIN dominantes Auge haben, die sehen wirklich doppelt und es gibt Bogenschützen, bei denen die Augendominanz wechselt. Dies führt dazu, dass die Pfeilgruppierung der betroffenen Bogenschützen starke seitliche Streuungen haben. Ohne es zu bemerken, zielt der Bogenschütze mal mit dem linken und mal mit dem rechten Auge. Durch den veränderten Winkel ergeben sich automatisch die starken Streuungen der Pfeile. Für diese Personengruppe ist die Verwendung der Augenklappe Pflicht.

Das dominante Auge bestimmt auch, ob der Bogenschütze einen Rechtshand-  oder einen Linkshandbogen schießen sollte. Die Augendominanz kann auch von Laien einfach bestimmt werden. Der angehende Bogenschütze betrachtet ein Ziel in ca. 10 – 20 m Entfernung und bildet mit beiden ausgestreckten Armen in Richtung Ziel mit den Fingern ein Dreieck; durch dieses Dreieck hindurch visiert er das Ziel an. Dann macht der Bogenschütze anschließend zuerst das linke Auge zu; ist das linke Auge das dominante, verschwindet das Ziel aus dem Dreieck. Um das Ziel zu sehen, muss der angehende Bogenschütze nun die Arme leicht bewegen, um das Ziel wieder in der Mitte des Dreiecks zu sehen.


Umgekehrt verhält es sich, wenn der angehende Bogenschütze das rechte Auge zumacht. Auf diese Weise lässt sich die Augendominanz zu diesem Zeitpunkt sehr genau bestimmen. Man sollte diesen Test mehrfach hinter einander ausführen, um sicher zu sein.


Bei den Bogenschützen mit Kreuzdominanz  wird man dies erst später feststellen können, z. B. indem man die Visiereinstellung überprüft, die eventuell sehr weit heraus gedreht ist. Oder indem man den Test zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt und mit den Bogenschützen spricht (Aussage des Bogenschützen über unerklärliche seitliche Streuungen der Pfeile bei gleicher Höhe).


Der Bogenschütze mit führendem Auge links sollte einen Linkshandbogen schießen!

Der Bogenschütze mit führendem Auge rechts sollte einen Rechtshandbogen schießen!

Der Bogenschütze, der kein dominantes Auge hat, sollte einen Rechtshandbogen schießen, da sehr viel mehr Zubehör für Rechtshänder angeboten wird.


Auf KEINEN Fall sollte die Motorik (Rechts- oder Linkshänder) ausschlaggebend für die Wahl des Bogens sein (Rechtshand oder Linkshand). Bogenschießen ist keine natürliche Bewegungsform, sie muss vom Bogenschützen erlernt werden. Es gibt keinen motorischen Vorteil für einen Rechtshänder einen Rechtshandbogen oder einen Linkshandbogen zu schießen. Wichtig hingegen ist es jedoch, dass der angehende Bogenschütze SEHEN kann. Daher bestimmt das dominante Auge, ob der Bogenschütze einen Rechtshand- oder ein Linkshandbogen braucht.

© 2008 - 2017 Bogenschießen - Alles über Pfeil und Bogen und den Bogensport von  Uwe Losse