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Pfeilkunde: Die Pfeillänge bestimmen

Die Pfeillänge bestimmen


Um die Pfeillänge zu bestimmen, benötigt man als erstes einen Bogenschützen, der einen immer gleichen Auszug hat. Hier entsteht schon das Problem! Der ausgebildete Turnierschütze kennt seinen Auszug und die Pfeillänge und hat das Problem daher nicht. Also haben nur Einsteiger und Fortgeschrittene ein Problem mit der Bestimmung der Pfeillänge, aber genau dieser Personenkreis ist in der Schießtechnik noch nicht so weit entwickelt, dass die Auszugslänge, und damit auch die Pfeillänge, exakt bestimmbar ist.


Häufig wird in den Bogensportfachgeschäften drei Mal gezogen und dann ein Mittelwert genommen. Diese Methode ist aus der Not geboren und führt häufig zu falschem Materialkauf. Gerade der Einsteiger kann durch einen immer anderen Anker oder einer anderen Haltung schnell 2 - 4 Zoll an der Auszugslänge ändern. Im schlimmsten Fall ist der Pfeil zu kurz und wird über die Pfeilauflage gezogen. Dann besteht Verletzungsgefahr und der Bogenschütze hat u.U. keine Lust mehr auf das Bogenschießen. Dies wäre sehr schade!


Um die Auszuglänge richtig zu bestimmen, bedient man sich am besten des Messpfeils von Easton. Man sollte sich auch an seinen Trainer oder zumindest einen erfahrenen Turnierschützen wenden, da sonst die Messerergebnisse verfälscht werden. Der Bogenschütze sollte zumindest den Auszug bis auf einen halben Zoll immer gleich ausziehen können, sonst ist die Messung sinnlos und man fährt mit einer Peilung besser.

Die eigentliche Messung des Auszugs sollte im besten Zustand des Bogenschützen erfolgen. Dies ist häufig erst nach 5 - 10 Passen der Fall. Soviel Zeit gibt einem der Bogensporthändler natürlich oft nicht, auch die Ungeduld des Bogenschütze führt dazu, dass diese Zeit nicht eingehalten wird und so die Messung eben mit der Methode ?dreimal ziehen" durchgeführt wird. Aber nach dieser Einführung ist klar, dass die echte Bestimmung der Pfeillänge nur auf dem Trainingsplatz erfolgen kann.

Die Pfeillänge wird vom Auszug bestimmt und dieser soll sich im Idealfall nicht ändern. Diese Theorie trifft aber nur auf die ausgebildeten langjährigen Bogenschützen zu. Sobald der Anker sich ändert, oder eine etwas andere Körperhaltung eingenommen wird, ändert sich damit auch der Auszug des Bogenschützen, als Folge ändert sich auch die Kraft, die auf den Pfeil übertragen wird und damit auch die Belastung, für die der Pfeil konzipiert wurde.


Beispiel: Der fortgeschrittene Bogenschütze geht in ein Bogenfachgeschäft, um sich einen neuen schönen Bogen zu kaufen. Natürlich wird dabei auch die Stärke der Wurfarme angehoben, häufig um übermäßige 4 - 6 Pfund. Als Folge bekommt der Bogenschütze im Geschäft Probleme mit seiner Schießtechnik und kann natürlich nicht auf seinen regulären Auszug kommen. Daher ist es besser, die Auszugslänge im idealen Trainingszustand zu bestimmen. Im Laufe der nächsten Wochen und Monate wird der Bogenschütze Kraft aufbauen und wieder die "alte" Auszugslänge erreichen. Wer nun seine Pfeillänge kennt, kann diese dem Bogensporthändler nennen und so von Anfang an viel Zeit sparen und häufig auch Geld.


Hinweis:

Aufgrund des gerade angeführten Beispiels ist es dem Bogensporthändler auch unmöglich, den Bogen auf den Bogenschützen abzustimmen. Der Bogensporthändler kennt in der Regel den Bogenschützen nicht und weiß auch nichts über seinen Schießstil. Wenn nun ein neuer Bogen gekauft wird, kann der Bogenschütze unmöglich von Beginn an eine gute Schießtechnik demonstrieren, die es dem Bogensporthändler ermöglichen würde, ein gutes Grobtuning oder gar Feintuning durchzuführen. Dies kann erst nach einigen Wochen von dem Bogensporthändler oder von dem Trainer im Verein in Angriff genommen werden. Eine Abstimmung der Pfeile mit Nockpunkt und Buttoneinstellung erfolgt bei dem Einsteiger also erst einige Zeit nach dem Erwerb des neuen Stücks.

Easton Messpfeil

Easton Messpfeil


Der Easton-Messpfeil bringt Ordnung in das Chaos der Pfeillängenbestimmung. Es gibt einige Methoden, um die Pfeillänge zu bestimmen - so wird bei einigen das Verhältnis der Armlänge zur Körpergröße, bei anderen der Augenabstand zum Peep genommen. Diese und andere Methoden sind nicht notwendig, wenn man einen Messpfeil der Fa. Easton einsetzt. Dieser kostet wenige Euro (3 - 5 Euro) und sollte in jedem Verein einmal vorhanden sein.


Die Pfeillänge ist nicht gleich der Auszuglänge, sondern die Länge des Schafts plus die Nocke plus die Spitze. Die korrekte Pfeillänge wird über Tuningmethoden wie z. B. dem Blankschafttest ermittelt und individuell auf den Bogenschützen abgestimmt und fordert vom Bogenschützen eine stabile Schießtechnik, Disziplin und viel Zeit.



Unten ist die Messskala des Easton Messpfeil zu sehen. Die Skala wird in Zoll dargestellt.

Skala Easton Messpfeil
Pfeillänge messen
Pfeillänge messen

Die Auszuglänge ist der Wert vom Nockpunktboden (Sehne) bis zum tiefsten Punkt im Griff des Bogens (Pivot-Point) zuzüglich 1 ¼ Zoll (Definition nach Easton). Der Pivot-Point ist gleichzeitig der Druckpunkt des Bogenschützen in den Bogen und die Position der Pfeilauflage (Buttonposition), In dem Bild unten links wurde diese Stelle an der Position 1 markiert. Im Prinzip sollte an dieser Stelle auch die Pfeilauflage angebracht werden (siehe rote Linie).


Der Pfeil muss aber wesentlich länger sein, schließlich soll auch noch ein Klicker ausgelöst werden und der Pfeil darf NIE zu kurz werden. Also gibt man dem Pfeil bei Einsteigern nach der korrekten Messung noch weitere 1 - 2 Zoll (abhängig vom Leistungsstand des Bogenschützen) hinzu und damit ist die Pfeillänge bestimmt. Bogenschützen mit einer stabilen Schießtechnik bestimmen die korrekte Pfeillänge über das Finetuning.

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Der Pfeil soll möglichst kurz sein, damit der Pfeil weniger wiegt und eine höhere Geschwindigkeit erreicht. Aber zum einen darf der Pfeil auf keinen Fall zu kurz sein, und die zweite Frage ist, wie ich überhaupt die Länge des Pfeils bestimme. Wichtiger als die Pfeillänge ist der Spinewert. Mit dem Spine ist die Beweglichkeit des Materials gemeint und diese muss zum Bogenschützen mit der Schießtechnik und der aufgewendeten Kraft passen. Wichtiger als ein kurzer Pfeil ist ein Pfeil mit dem richtigen Spinewert. Der Pfeil darf ruhig länger sein, jedoch darf ein Pfeil niemals so kurz werden, dass er über die Pfeilauflage gezogen werden kann. Insbesondere bei Einsteigern und bei jugendlichen sollte daher der Pfeil eher länger sein.

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