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Bogenschießen Materialkunde allgem.: Die Standhöhe kontrollieren    
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Seite "Was ist die Standhöhe" in der Rubrik "Materialkunde Allg"


Die Standhöhe ist der Abstand zwischen dem tiefsten Punkt im Griffstück und der Bogensehne. Die Standhöhe ist ein Maß, das jeder Bogenschütze kennen sollte und immer wieder überprüfen muss. Wenn die Standhöhe am Bogen immer gleich ist, werden sich der Bogen und der Pfeil auch immer gleich verhalten. Soviel zu Theorie: Tatsächlich ist das Bogenschießen eine sehr komplexe Sportart, bei der viele Faktoren Einfluss auf den Schuss haben. Die Standhöhe ist nur einer davon, aber einer, den man durch einfache Kontrolle gut in dem Griff bekommen kann.

Ändert sich die Standhöhe, so wirkt auch eine andere Kraft auf den Pfeil, als Folge ändert sich der Flug des Pfeils und damit auch das Trefferbild auf der Zielauflage.

Was ist die Standhöhe ?


Die Standhöhe ist der Abstand zwischen der tiefsten Stelle des Griffstücks (siehe Position 2) und der Bogensehen (Position 4).

Um die Standhöhe zu ermitteln, wird ein Checker (Position 3) benutzt und im rechten Winkel gemessen. Der Bogen wird dabei am Mittelteil (Position 1) gehalten, die Wurfarme sind frei und der Bogen liegt nirgendwo auf.

Pfeil_oben
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Wie hoch oder groß muss die Standhöhe sein?


Die Standhöhe ist im optimalen Bereich zwischen 8 und 9 1/2 Zoll oder zwischen 20 - 24 cm. Es gibt hier keine exakte Vorschrift, welchen Wert die Standhöhe haben muss, die Standhöhe wird vom verwendeten Material und von dem Schießstil des Bogenschützen mitbeeinflusst.


Hersteller oder erfahrene Fachhändler geben für den jeweiligen Bogentyp und verwendeten Wurfarmen mit der verwendeten Bogensehne gerne eine Empfehlung an den Bogenschützen ab. Dieser Richtwert ist auch einzuhalten und nur noch geringfügig zu verändern.


Als grober Anhaltspunkt gilt, dass die Bogensehne etwa 1,5 - 2 cm auf dem oberen und unteren Wurfarm aufliegen soll bevor sie den Wurfarm verlässt.


Merke: Die Standhöhe die einmal eingestellt wurde muss konstant weiter verwendet werden. Nur so kann der Bogenschütze einen konstanten Schießablauf erreichen. Es geht hier um die Konstanz!




Wie kann ich die Standhöhe ändern ?


Die Standhöhe wird durch eindrehen der Bogensehne verändert. Wenn die Bogensehne eingedreht wird, wird sie kürzer. Wenn man die Bogensehne wieder aufdreht, wird sie wieder länger. So wird die Standhöhe vergrößert oder verkleinert.


Hierfür löst man die Sehne von dem Wurfarm und dreht diese ein, wie in Position 1 zu sehen. Anschließend spannt man den Bogen erneut und misst die Standhöhe. Dieser Vorgang muss mitunter mehrmals wiederholt werden.  


Wenn sich die Standhöhe nicht ändert, wurde das Drehen der Sehne nicht richtig durchgeführt. Wenn man nicht aufpasst, kann sich die Sehne wieder aufdrehen und die Arbeit war umsonst. Nach mehrmaligem Durchführen entwickelt der Bogenschütze aber schnell ein Gefühl für diese Arbeit.

Wie oft muss ich die Standhöhe kontrollieren ?


Die Standhöhe muss bei jedem Aufbau des Bogens kontrolliert werden. Außerdem soll die Standhöhe nach wenigen Schüssen erneut kontrolliert werden. Durch die auftretenden Kräfte kann sich die Standhöhe verändert haben.


Die Standhöhe muss immer kontrolliert werden, wenn man merkt, dass der Pfeilflug nicht stimmt. Dies äußert sich vor allem darin, dass die Pfeile nach und nach auf der Zielauflage nach oben wandern. Durch eine niedrigere Standhöhe wirkt mehr Kraft auf den Pfeil und die Trefferlage wird höher.


Die Standhöhe kann sich auch abhängig von der Wetterlage, insbesondere bei Regen ändern. Der erfahrende Bogenschütze merkt und weiß, wann sich sein Bogen verändert und kann darauf reagieren.

Die Standhöhe beim Recurve Bogen einstellen
Die Standhöhe durch drehen der Sehne verändern

Warum muss ich die Standhöhe kontrollieren ?


Wenn sich die Standhöhe ändert, verändert sich auch der Wirkungsgrad des Bogens auf den Pfeil. Wenn sich die Standhöhe verringert, liegen die Pfeile höher auf der Zielauflage. Wenn die Standhöhe vergrößert wird, senkt sich die Trefferlage auf der Zielauflage. Nun kann man ja sagen; Warum nicht gleich eine niedrige Standhöhe, umso mehr Power habe ich ja? Natürlich kann man das sagen, wenn der Bogen es aushält! Aber darum geht es nicht. Wenn man das Visier bei einer Standhöhe von z. B. 24,1 cm ausgeschossen hat, dann sind alle Werte für diese eine Standhöhe ermittelt. Bei den vielen Variablen, die es beim Bogensport gibt, möchte man versuchen, möglichst viele Parameter identisch zu gestalten. Damit wird der Schussablauf planbarer und kann exakter reproduziert werden. Genau wie der Stand des Bogenschützen, der Griff in das Griffstück des Bogens und der Griff in die Sehne immer exakt gleich erfolgen müssen, muss auch die Standhöhe des Bogens identisch sein. Nur bei einem identischen Ablauf sind Ergebnisse reproduzierbar und nur so kann ein Bogenschütze die größeren FITA-Sterne schießen.

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© 2008 - 2017 Bogenschießen - Alles über Pfeil und Bogen und den Bogensport von  Uwe Losse