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Zwei Pfeile gleichzeitig schießen

Seite: "Zwei Pfeile gleichzeitig schießen" in der Rubrik "Sicherheit"

Es gibt viele dumme Dinge, die man machen kann, zum Beispiel nicht zwischen Wirklichkeit und Fiktion zu unterscheiden. Manche Aktionen, die in einem Robin-Hood-Film toll aussehen, sind Hollywood-Action und dürfen in der Realität nicht nachgemacht werden.


In jedem "Bogenfilm" gibt es eine supertolle Szene, in der der Held zwei Pfeile gleichzeitig auf die Sehne auflegt und so mit einem Schuss zwei Feinde gleichzeitig tötet. Das sieht toll aus und ist spektakulär. Aber es ist lediglich eine Filmszene und in der Realität nicht umsetzbar, zwei Pfeile auf einmal auf den Bogen aufzulegen und schießen zu wollen ist gefährlich und darf vom Bogenschützen auf keinen Fall gemacht werden.

Zwei Pfeile gleichzeitig schießen


Wenn man zwei Pfeile gleichzeitig auf den Bogen auflegen möchte, gibt es folgende Punkte zu beachten:


1. Bei zwei Pfeilen wird die Energie, die der Bogen an einen Pfeil abgibt, auf zwei Pfeile aufgeteilt. Für jeden Pfeil steht damit schon von Anfang an nur noch die halbe Energie zur Verfügung.


2. Der Bogen ist so konstruiert, dass der Pfeil von einer bestimmten Stelle der Sehne abgeschossen wird. Zwei Pfeile haben auf der gleichen Stelle keinen Platz, also wird die Position beider Pfeile verändert und damit auch die vom Konstrukteur gewünschte Energieabgabe auf den Pfeil.


3. Die Pfeilauflage auf dem Bogen hat nur Platz für einen Pfeil. Wo sollte der zweite Pfeil aufgelegt werden?


Diese Sachverhalte führen nun zu einem schrecklichen Ergebnis; der Bogenschütze erlebt sein blaues Wunder. Die so geschossenen Pfeile landen nämlich im "Irgendwo". Und damit meine ich auch "irgendwo". Das Ergebnis ist absolut unberechenbar. Die Pfeile können sogar im rechten Winkel seitliche wegfliegen und unkontrolliert Mensch und Tier verletzen. Sachbeschädigungen sind natürlich auch möglich! Die Pfeile werden sehr wahrscheinlich beschädigt werden und auch für den Bogen selbst ist dies nicht förderlich.



Dies ist so und darum darf der Bogen auf keinen Fall für solcherlei Spielereien benutzt werden. Man kann Glück haben und es kann gutgehen, aber wie gesagt, der Pfeilflug ist bei diesen Bedingungen unvorhersehbar.

Die Begründung hierfür ist folgende:

Die Pfeile sind für eine bestimme Kraft ausgelegt. Wenn nun eine deutlich höhere oder eine deutliche niedrigere Kraft auf den Pfeil einwirkt, ist die Durchbiegung (im Fachjargon "Spine" genannt) auch eine andere. In der Sekunde des Abschusses fliegt der Pfeil nicht einfach gerade zum Ziel, vielmehr schwingt er wild hin und her. Bei gleicher Krafteinwirkung schwingt der Pfeil auch immer gleich. Ändert man die Kraft, dann schwingt der Pfeil anders. Als Folge kann der Pfeil an den Bogen anschlagen, den anderen Pfeil anschlagen oder auch eine komplett andere Flugbahn einnehmen. Gerade das wahrscheinliche Anschlagen des Pfeils am Bogen oder an dem zweiten Pfeil führt zur Unberechenbarkeit der Flugbahn, die kann in der Tat auch im rechten Winkel zum Bogen liegen!


Gleiches gilt für das Nocken in der Sehne. Da die Sehne mit drei Fingern ausgelenkt wird, hat maximal ein Pfeil Platz. Ein zweiter Pfeil wird an einer anderen Position der Sehne liegen und als Ergebnis wird zu einem anderen Zeitpunkt eine andere Kraft auf die beiden Pfeile wirken. Der eine Pfeil wird schon beschleunigt während der andere Pfeil noch in der Ruheposition liegt. Dann wird der erste Pfeil nicht weiter beschleunigt, während nun der zweite die Beschleunigung erfährt. Da aber die Sehne schon in Schwingung ist, wird der Pfeil, der als zweiter beschleunigt wird, eine extreme Richtungsänderung erfahren. So setzt sich dieses Spiel fort, bis beide Pfeile die Sehne verlassen haben.


Das Ergebnis ist ein unberechenbarer Pfeilflug für beide Pfeile.


Merke:

Zwei Pfeile auf einmal Schießen ist nur im Hollywood film gut! Im realen Leben sind solche Aktionen zu unterlassen! Den Bogen immer nur so verwenden, wie er vom Hersteller zur Verwendung freigegeben ist.

© 2008 - 2017 Bogenschießen - Alles über Pfeil und Bogen und den Bogensport von  Uwe Losse