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Bogentuning: Alles was ein Einsteiger und Fortgeschrittener Wissen sollte
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Seite "Spezielle Materialkunde" in der Rubrik "Materialkunde Spez."


In der speziellen Materialkunde werden die Themen angesprochen, die eine komplexere und tiefere Sicht als in der Allgemeinen Materialkunde erfordern. Beim Bogenschießen sind Material und Technik eng miteinander verwoben. Während für den Einsteiger einfach Begriffserklärungen Vorrang haben, möchte der fortgeschrittene Bogenschütze doch mehr über Zusammenhänge wissen. In dem Bereich „spezielle Materialkunde“ wird auf diese Bedürfnisse verstärkt eingegangen.

Die spezielle Materialkunde beschäftigt sich mit Zusammenhängen. Dem Einsteiger ist oft nicht ersichtlich, warum die Montage einer neue Pfeilauflage zur Folge hat, dass sich Visiereinstellungen ändern können. Die Pfeilauflage, die Standhöhe, die Position des Nockpunktes sind technische Belange die sich ebenso stark auf das Schussbild auswirken, wie z. B. ein recht starker Lösefehler.



Materialkontrolle ist die oberste Pflicht des Bogenschützen!


Das erste, was ein Bogenschütze lernen muss, ist, dass er regelmäßig das Material auf Fehler überprüft. Es ist ausdrücklich nicht der Händler schuld, wenn eine Pfeilauflage bricht, das Visier vom Bogen fällt oder eine Sehne reißt.


Bei Bogenschießen treten gewaltige Kräfte auf die über den Pfeil abgeleitet werden, dennoch entstehen bei jedem Schuss Erschütterungen die sich in Wellenform immer und immer wieder durch den Bogen winden und das Material belasten. Je mehr Material an einem Bogen angeschraubt ist (z. B. bei einem Recurvebogen oder einem Compoundbogen), um so mehr Teile müssen kontrolliert werden (Visier, Stabilisator, Tillerschrauben, etc.) Aber auch der Blankbogen und sogar der Langbogen werden im Laufe der Zeit in Mitleidenschaft gezogen.


Es ist völlig normal, dass sich bei der Belastung im Abschuss die Schrauben von Wurfarmen, Button, Tillerschrauben, Pfeilauflagen, Griffstück, und was sonst noch alles am Bogen montiert ist, lösen. Der gute Bogenschütze prüft das Material regelmäßig, am besten natürlich bei jedem Bogenschießen.


Gleiches gilt auch für die verwendeten Pfeile. Spitzen können sich durch die Kräfte beim Abschuss und Aufprall lösen. Eine lockere Spitze führt im besten Fall zu Abweichungen der Trefferlage und im schlimmsten zum Pfeilbruch. Eine beschädigte Befiederung beeinträchtigt ebenfalls den Pfeil und damit auch den Flug und die Trefferlage.


Je stärker der Bogen und je mehr Teile verbaut sind, umso wichtiger ist eine kontinuierliche Materialkontrolle!

 

Wie kann ich Fehler am Bogen und am Material feststellen?


Diese Frage läßt sich pauschal nicht beantworten, zu verschieden sind die verschiedenen Bogentypen und verwendeten Materialien.


Fest steht, dass ein Bogenschütze sein eigenes Material kennen sollte. Auch wenn man noch gar keine Ahnung vom Bogenschießen hat, wird man durch konstantes Überprüfen des Materials Risse oder lockere Schrauben entdecken können.


Beim Abschuss klappert es:

Wenn es beim Abschuss klappert und dieses Geräusch vorher nicht aufgetreten ist, dann deutet dies auf auf ein lockeres Teil hin. Häufig ist das Visier locker. In diesem Fall als erstes das Visier überprüfen und zwar alle Schrauben für das Visier. Das Visier hat auch noch einen Steg und der Steg ist ebenfalls mit Schrauben am Mittelteil befestigt.


Aber auch der Stabilisator kann locker sein oder der Klicker. Ist keine lockere Schraube zu finden, dann hat sich eventuell die Standhöhe des Bogens stark verändert. Klappern kann auch durch das Aufschlagen der Sehne beim Abschuss auf die Wurfarme entstehen. Das ist dann aber eher schon ein rappelndes Geräusch. Die modernen Bögen lieben eine größere Standhöhe, eventuell ist die gewählte Standhöhe zu niedrig.



Ein Pfeil oder mehrere Pfeile sind nicht mehr in der Gruppe:

Dies deutet entweder auf eine Beschädigung des Pfeils hin (z. B. eine lockere Spitze) oder auf eine beschädigte Pfeilauflage. Wenn sich die Trefferlage der Pfeile nicht durch Schießfehler erklären lassen, dann muss als erstes die Pfeilauflage geprüft werden. Ist diese beschädigt, kommt es zu solchem Flugverhalten. Die Pfeilauflage sollte dabei sehr genau betrachtet werden. Der Bogenschütze muss seine Pfeilauflage sehr genau kennen, wenn er bemerken will, dass eines von den kleinen Schräubchen der Pfeilauflage fehlt oder dass die Pfeilauflage verbogen ist.

Auch der Button kann ein solches Bild erzeugen. Im Laufe vieler Schüsse sammelt sich im Button eine Menge Schmutz an. Dies ist abhängig von der Anzahl der Schüsse und von der Qualität des Buttons. Die im Button eingebaute Feder kann sich bei einer Verschmutzung nicht mehr richtig bewegen. Wenn man sonst keine Erklärung für die fehlende Pfeilgruppierung findet, dann sollte der Button gereinigt oder gar ausgetauscht werden.


Es kann natürlich auch sein, dass der Pfeil beim Abschuss am Bogen anschlägt. Dies ist sehr stark von der Schießtechnik des Bogenschützen abhängig. Ein härteres Lösen zur Seite kann diesen Effekt sehr wohl verursachen. In diesem Fall kann man das Mittelteil mit einem Puder bestreuen und so die Stelle ermitteln, an der der Pfeil das Mittelteil streift. Dann kann man über Änderungen des Materials (Nockpunkthöhe, Tiller, Pfeillänge oder -härte) Besserungen erwirken. Dies sind aber Dinge, die die Fähigkeiten eines Einsteigers deutlich übersteigen und mit einem Trainer oder erfahrenen Bogenschützen durchgeführt werden sollten. Aber bis zu diesem Punkt kann auch der Einsteiger Materialfehler am Bogen und am Pfeil selber erkennen und zumindest einfache oder grobe Fehler auch selbst beheben.

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© 2008 - 2017 Bogenschießen - Alles über Pfeil und Bogen und den Bogensport von  Uwe Losse