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Pfeilkunde: Die Pfeilphysik, Basiswissen über Pfeile
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Seite "Pfeilkunde: Pfeilphysik" in der Rubrik "Pfeilkunde"


Es gibt einige Grundsätzliche Dinge die jeder Bogenschütze über Pfeile wissen sollte. Diese Punkte werden hier unter dem Begriff Pfeilphysik angesprochen. Sobald es um den Kauf eines Pfeils geht, muss man sich als erstes die Frage stellen, wofür ist der Pfeil (Halle, Outdoor, Recurve, Compound, WA im Freien (FITA), Feldbogen, 3D) und wie stark ist der Bogen des Bogenschützen, sprich: welche Kraft wird auf den Pfeil ausgeübt. In einem Pfeilekatalog wird der Anfänger sozusagen zuerst „erschlagen“ von der Fülle an Pfeilarten und Typen. Aber welche Eigenschaften haben die Pfeile, warum ist ein Pfeil teurer als der andere und worin unterscheiden sich die verschiedenen Pfeile?

Pfeilphysik  Grundsätzliches über Pfeile


Geschwindigkeit als Maß aller Dinge

Je höher die Geschwindigkeit des Pfeils, desto flacher und kürzer ist die Flugbahn und die Flugzeit. Je kürzer die Flugbahn, umso weniger anfällig ist der Pfeil für Witterungseinflüsse. Eine möglichst hohe Geschwindigkeit zu erreichen, ist die wichtigste Anforderung an den Pfeil.


Um eine möglichst hohe Pfeilgeschwindigkeit zu erreichen, muss der Schaft einen sehr kleinen Durchmesser haben, denn die Aerodynamik spielt eine sehr große Rolle. Je dünner ein Pfeil ist, desto geringer sind die Reibungsverluste durch hohen Luftwiderstand.

Außerdem ist das Gewicht des Pfeils zu berücksichtigen. Je leichter ein Pfeil ist, desto weniger Masse ist zu beschleunigen. Ein leichter Pfeil ist daher schneller als ein schwerer. Bei der Pfeilauswahl sollte man also möglichst hochwertige Pfeilschäfte mit geringem Gewicht benutzen.


Bei der Pfeilauswahl für einen Langstreckenpfeil muss man also auf einen dünnen und leichten Pfeil achten.


Dennoch muss der Pfeil ein bestimmtes Gewicht besitzen, und zwar in der Spitze. Ein Pfeil kann nur dann die Energie von dem Bogen übernehmen, wenn der Pfeil ein bestimmtes Mindestgewicht besitzt. Ist der Pfeil zu leicht, verlässt er die Sehne, schon bevor der Bogen die komplette Kraft an den Pfeil übertragen hat. Es ist also wichtig, dass der Pfeil eine Spitze mit einem Mindestgewicht hat!

Als Faustregel beträgt das Mindestgewicht 5 grains pro lbs Zuggewicht. Jeder Hersteller hat aber eigene Vorschriften, welche tunlichst beachtet werden sollten. Der Bogen wird‘s danken, dies gilt insbesondere für den sehr starken Compoundbogen!

Die Biegung des Pfeils (Spinewert) muss zum Bogen passen!


Der Pfeil muss eine exakt zum Bogen passende Biegsamkeit haben (Spinewert). Denn nach dem Abschuss wird der Pfeil gestaucht und erfährt eine Verformung. Von hinten wirkt die Kraft des Bogens auf das Ende des Pfeils, dem steht jedoch die Massenträgheit der Pfeilspitze entgegen. Der hintere Teil des Pfeils wird schneller beschleunigt als der vordere - als Folge biegt sich der Pfeil.


Die dadurch entstehende Biegung nennt man auch den dynamischen Spine. Dieser Spine bewirkt während des Fluges eine schlängelnde Bewegung des Pfeils. Der Pfeil wird zuerst in eine Richtung gebogen und gleicht diese dann wieder durch Biegung in die andere Richtung aus. Diese tänzelnde Bewegung (Pfeilparalaxe) muss exakt auf den Bogen abgestimmt werden, bzw. auf die übertragende Kraft, die der Bogen abgibt. Wenn der Spinewert des Pfeils nicht stimmt, führt dies zu einem unruhigen Pfeilflug und ungenauen Schussergebnissen. Außerdem kann der Pfeil auch am Bogen anschlagen und erheblich von der gewünschten Flugrichtung abweichen.


Der richtige Spinewert ist für alle Recurvebögen sehr wichtig! Bei Compoundbögen geschieht die Kraftübertragung viel effizienter, so dass die Bewegung des Pfeils nicht so ausgeprägt ist wie bei den Recurvebögen. Es ist daher für einen Compoundbogen viel einfacher, einen flugfähigen Pfeil zu erhalten, aber ebenso wichtig.



Der Spinewert eines Pfeils wird von verschiedenen Dingen beeinflusst. Hier ist natürlich zu allererst das Material zu nennen. Aber auch die dicke des Schafts, das verwendete Spitzengewicht und auch die Befiederung nehmen Einfluss auf die Biegsamkeit des Pfeils. Der Pfeil muss in seiner Komplettheit betrachtet werden. Im Rahmen des Grobtunings kann man den Spinewert mit leichteren oder schwereren Spitzen am effektivsten verändern. Aber auch die Länge des Pfeils nimmt größeren Einfluss auf die Beweglichkeit des Pfeils.

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© 2008 - 2017 Bogenschießen - Alles über Pfeil und Bogen und den Bogensport von  Uwe Losse